Computer-Thriller - Romane und Filme aus der Datenwelt

 

 

 

 

 

 

 

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APRA Kadabra

Die Geschichte des Internet

Es ist schon interessant: Eigentlich ist die Geschichte des Internet wohl besser dokumentiert als jede andere technische Innovation der Welt. Gleichwohl ist es bemerkenswert, wie verschmommen für die meisten seine Anfänge sind, selbst für alte Netzhasen. Und die älteste Mär von allen ist die, daß sich die Struktur des Internet aus Angst vor einem Atomschlag gebildet hat. So sind Katie Hafner und Matthew Lyon ausgezogen, um sich dieser Legende anzunehmen. Sie hat sich nicht bestätigt.

Die beiden haben eine großartig recherchierte Geschichte des Internet geschrieben, basierend auf ausführlichen Interviews mit dessen Erschaffern, Entwicklern, Programmierern, Vätern: Der englische Titel Where Wizards Stay Up Late legt nahe, wie intensiv diese Leute sind. Da erfährt man auch so interessante Details wie die Lösung des nichtendenwollenden Rästsels, woher wohl unser geliebtes @-Zeichen als Teiler zwischen Benutzer- und Rechnernamen stammt. Dieses Buch ist eine unerläßliche Lektüre für alle, die in Vergangenheit und Zukunft des Netzes im Speziellen und der Telekommunikation im Allgemeinen interessiert sind.
 Kurzbeschreibung
Arpa Kadabra erzählt die Geschichte des Internet, die Geschichte einer der faszinierendsten technischen Entwicklungen unserer Zeit. Aber auch die Geschichte einer kleinen Gruppe junger Wissenschaftler und Ingenieure, die vor 25 Jahren im Auftrag der -Arpa- einer Abteilung des US-Verteidigungsministeriums - ein Computernetz bauen sollten, um die Supercomputer einiger amerikanischer Eliteuniversitäten miteinander zu verbinden.
Die Verlegerin oder der Verleger , 15. Oktober 1998
ARPA KADABRA erzählt die Geschichte des Internet, die Geschichte einer der faszinierendsten technischen Entwicklungen unserer Zeit. Aber auch die Geschichte einer kleinen Gruppe junger Wissenschaftler und Ingenieure, die vor 25 Jahren im Auftrag der ARPA - einer Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums - ein Computernetz entwickelten, um die Supercomputer einiger amerikanischer Eliteuniversitäten miteinander zu verbinden. Das Ergebnis ihrer Arbeit bildete den Kern, sozusagen die Keimzelle, eines schnell wachsenden und heute weltumspannenden Kommunikationsnetzes des Internet. Was die Arbeit dieser Pioniere um J.C.R. Licklider besonders auszeichnete, war die zu jener Zeit revolutionäre Idee, den Computer nicht als isolierte Rechenmaschine, sondern als ein mächtiges Kommunikationsinstrument zu sehen. Die Journalisten Katie Hafner und Matthew Lyon haben diese Geschichte aufgeschrieben und damit ein präzises und gleichermaßen spannendes Zeitzeugnis geliefert. "ARPA KADABRA" ist eine Übersetzung des amerikanischen Bestsellers "Where Wizards stay up late" Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.dpunkt.de/arpa-kadabra "... die fesselnde und kompetente Geschichte des Netzes der Netze unwiderstehlich erzählt. ARPA KADABRA wird jeden begeistern, der neugierig auf die Ursprünge des Internet ist. Auch wer sich lediglich für die Zukunft des Netzes interessiert, sollte dieses Buch lesen, um die entscheidenden Zusammenhänge zu erfahren." (Paul Saffo, Leiter des "Institute for the Future" zur Originalausgabe) "Das (gut übersetzte) Buch erzählt die Geschichte des Internet aus einem Blickwinkel, der erfrischend gegensätzlich ist zu der Virtualität der schönen neuen Cyberworld." (Kommunikation & Recht 2/98) "Sorgfältig recherchiert und im Anhang ausführlich dokumentiert. ... Auf ebenso kurzweilige wie kompetente Art und Weise lassen sich hier die kleinen Geschichten nachlesen, die heute so große Wirkung haben. Kurzum: ein Fachtitel mit Note 1 für den Unterhaltungswert." (Computer Zeitung, 23.10.97) "Das Buch hebt sich von den zahlreichen, trockenen und schon tausendmal gelesenen Einführungen zur Geschichte des Internet wohltuend ab" (ntz 5/98) "Ein spannendes Stück Wissenschaftsgeschichte ... Unterhaltsame Nachlektüre." (APO ONLINE) "Die Entwicklung des ARPANET zum Internet ... stellen die Autoren technisch und organisatorisch detailgenau dar. Eine Hommage an alle Beteiligten!" (iw-Medienspiegel) "Die Geschichte und Entstehung des Internet, sonst nur kurz und sachlich in den allgemeinen Internetbüchern abgehandelt, wird in Arpa Kadabra unterhaltsam und informativ nacherzählt." (Buchhändler heute 3/1998) "Den Autoren ist ein lebhafter Bericht über die Anfänge und die Entwicklung des Internet gelungen. ... Das faszinierende Zeitzeugnis präsentiert sich mehr als Krimi denn als Sachbuch und kann jedem ans Herz gelegt werden, der sich auch nur entfernt für das Internet interessiert." (PC Praxis 3/98) "Mit Spannung, Witz und Sachverstand beschreiben die Autoren die Entstehungsgeschichte des ARPA-Backbones bis hin zur globalen Infrastruktur. ... Ein aufwendig gestaltetes Buch, das nicht schon nach sechs Monaten im Grabbeltisch der Buchläden landen wird." (ZD Internet Professionell, Dezember 1997)


PROLOG
September 94. Sie waren angereist nach Boston, manche aus London oder L.A., ein paar Dutzend Männer im mittleren Alter. Sie trafen sich an einem Herbstwochenende im Jahre 1994, um sich gemeinsam daran zu erinnern, was sie 25 Jahre zuvor geschaffen hatten. Sie waren die Wissenschaftler und Ingenieure, die das ARPAnet entworfen und aufgebaut hatten, jenes Computernetzwerk, das die Kommunikation revolutionieren sollte und aus dem schließlich das weltweite Internet erwuchs.

Damals - in den 60er Jahren - arbeiteten sie mehr im Verborgenen; viele von ihnen waren gerade einmal Studenten, als sie entscheidende Beiträge zum Aufbau des Netzwerkes lieferten. Andere waren Dozenten. Die allermeisten von ihnen erhielten kaum jemals Anerkennung für ihre Leistungen.
Ihr magnetischer Pol zu jener Zeit war die Computerfirma "Bolt Beranek and Newman" in Cambridge (Massachusetts). Dort waren viele von ihnen angestellt, dort wurde das ursprüngliche ARPAnet aufgebaut und betrieben. Als schließlich das Internet wie eine quirlige Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft entstand, wurde BBN kaum noch Aufmerksamkeit gezollt. Jetzt, ein Vierteljahrhundert nachdem der erste Netzknoten installiert worden war, hat BBN sämtliche ARPAnet-Pioniere in der Hoffnung eingeladen, mit einer großzügigen Geburtstagsparty ihr eigenes Image etwas aufzupolieren.
Viele der Teilnehmer der Jubiläumsfeier hatten sich seit Jahren nicht gesehen und meist nicht einmal etwas voneinander gehört. Als sie sich zu der Pressekonferenz am Freitag nachmittag in der Lobby des Copley Plaza Hotels einfanden und der offizielle Teil beendet war, begannen sie, sich nach bekannten Gesichtern umzuschauen.

Bob Taylor, jetzt Leiter einer privaten Forschungseinrichtung im Silicon Valley, war wie die meisten zum Treffen gekommen, um sich an die alten Zeiten zu erinnern, aber er hatte noch einen weiteren Grund. Er wollte unbedingt eine Geschichte aus der Welt schaffen, die bereits seit Jahren immer wieder durch die Medien geisterte. Demnach war das ARPAnet aufgebaut worden, um im Angesicht der nuklearen Bedrohung die nationale Sicherheit zu schützen. Dieser Mythos war bereits so oft wiederholt worden, daß er allgemein als Tatsache betrachtet wurde.
Taylor war damals der junge Leiter der Behörde, die innerhalb der "Advanced Research Projects Agency" des Verteidigungsministeriums für die Koordination der Informatikforschung zuständig war. Er war derjenige gewesen, der das ARPAnet gestartet hatte. Das Projekt hatte in Wirklichkeit äußerst friedvolle Absichten - nämlich Computer verschiedener Forschungsstätten landesweit miteinander zu verbinden, so daß Wissenschaftler bestehende Computer-Ressourcen gemeinsam nutzen konnten. Taylor wußte, daß das ARPAnet und seine Weiterentwicklung Internet niemals etwas mit Unterstützung oder Überleben eines Krieges zu tun hatte. Allerdings fühlte er sich mit diesem Wissen ziemlich alleine.

Selbst die großen Zeitungen hatten in letzter Zeit den grausigen Mythos des Szenarios eines überlebbaren Atomkrieges als Wahrheit präsentiert. Als das Time Magazine diese flache Darstellung brachte, hatte Taylor einen Leserbrief geschrieben, der allerdings nicht veröffentlicht worden war. Der Versuch, die Geschichte geradezurücken, war wie ein Kampf gegen Windmühlen. Taylor kam sich allmählich vor wie ein Narr.

Während das Abendessens im Copley erspähte Taylor einen älteren, schwergewichtigen Mann mit einem gewaltigen Schnurrbart am anderen Tischende. In ihm erkannte er sofort denjenigen, der mit Sicherheit seine Version der Geschichte bestätigen würde. Es war sein früherer Chef, Charlie Herzfeld, der ARPA-Leiter in der Zeit, als Taylor dort beschäftigt war. Die beiden hatten sich zuletzt vor vielen Jahren gesehen, lange bevor andere sich darum Gedanken zu machen begannen, wo die Anfänge des Internet lagen. Das Herzfeld anwesend war, ließ bei Taylor die Stimmung deutlich ansteigen. Er war wieder unter den Leuten, die die wirkliche Entwicklung kannten. Endlich würden sie die Geschichte geraderücken.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://www.dpunkt.de/arpa-kadabra
 

 

 

 

 

Preis: DM 49,00 # EUR 25,05 # Gebundene Ausgabe # 351 Seiten (2000) # dpunkt-Verlag # Heidelberg # ISBN: 3932588592